Pflegewissenschaft

Tutorials & Hilfen für die Literaturrecherche

Publiziert von Dr. Jürgen Knoppik

Autodidaktisches Lernen (ADL) ist reizvoll: man lernt nach seinem eigenen Tempo, orientiert sich an seinen eigenen Interessen und man kann lernen, wann es einem gefällt. Autodidakten können sich ihre gesamte Bildung in Eigenregie aneignen, wie z. B. der Philosoph und Schriftsteller Jean-Jacques Rousseau. Der promovierte Jurist, Philosoph und Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz beschrieb sich selbst als Autodidakt. In den vielfältigen Bereichen der Pädagogik werden heute eher die Begriffe des selbstorganisierten, selbstregulierten, selbstbestimmten oder selbstgesteuerten Lernens (SGL) bevorzugt.

Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass für den Lernerfolg Kompetenzen der Selbstregulierung wesentlich wichtiger sind als Intelligenz, Motorik, Gedächtnis oder das Lernumfeld. Dazu gehören Fähigkeiten wie zum Beispiel Selbstmotivierung, vorausschauende Planung und Selbstbeurteilung; außerdem waren besonders erfolgreiche Lernende in der Lage, ihr Lernumfeld sinnvoll zu gestalten und zielführende Lernstrategien anzuwenden. Ein empirisches Forschungsprojekt zur Begabungs- und Hochbegabtenförderung in Deutschland kam im Jahre 2005 ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Selbststeuerung für den Schulerfolg wichtiger sei als Intelligenz.

Inzwischen sind viele Programme entwickelt worden, die das selbstgesteuerte Lernen als E-Learning Angebote zu begleiten und zu unterstützen vermögen. Es gibt heute kaum eine Universitätsbibliothek, die nicht etwa elektronische Tutorials für das selbstgesteuerte Erlernen der Literaturrecherche anbietet. Denn eines ist wohl unbestritten: Die Kunst der Literaturrecherche lässt sich nicht von außen durch andere beibringen oder gar vermitteln (extrinsisch passiver Prozess), sondern man muss sich diese Kompetenz, wie sonst auch im Leben, durch eigenes Tun selber, selbstorganisiert und selbstgesteuert beibringen (intrinsisch aktiver Prozess). Nachfolgend werden einige Werkzeuge vorgestellt, die diesen autodidaktischen Lernprozess für die Literatursuche unterstützen:

Die Universitätsbibliothek Heidelberg bietet ein interessantes fachübergreifendes Tutorial namens “FIT-GYM” für die Literaturrecherche, die Informationskompetenz und Erstellung einer Hausarbeit für Gymnasiasten an. In dem Tutorial kann man gemeinsam mit Sarah lernen, wie man nach Literatur sucht und wie man diese Literatur für sein Thema verwenden kann. Die Informationssuche von Sarah kann anhand von Filmen und interaktiven Übungen nachvollzogen werden. Das Erlernte lässt sich nach jedem Kapitel in einem Quiz überprüfen. Das Tutorial kann auch als Lernangebot zur Erstellung einer Haus- oder Facharbeit im Rahmen einer Weiterbildung für Berufstätige genutzt werden.

SPRINT – das Schweizer Portal für die Recherche im Internet – ist ein Angebot der Hochschule für Technik und Wirtschaft im Kanton CHUR. SPRINT bietet einen Einstieg in das Gebiet der Internetsuchdienste, theoretische Grundlagen sowie praktische Tipps für eine effiziente und effektive Recherche.

Im Rahmen eines Projektkurses des Studiengangs Informationswissenschaft (Klasse IW10tz) der HTW Chur wurde das Schweizer Portal für die Recherche im Internet (SPRINT) einer umfassenden Aktualisierung unterzogen. Insbesondere wurden dabei folgende Bereiche überarbeitet: 

  • Ein Großteil der E-Learning-Einheiten wurde aktualisiert.
  • In der Rubrik Wissenschaftliche Suche im Internet werden nun zusätzlich auch die Ergebnisse einer Evaluation ausgewählter wissenschaftlicher Suchmaschinen präsentiert.

Die E-Tutorials der KIT-Bibliothek zeigen in Onlinekursen und Videos Schritt für Schritt das Vorgehen bei der Suche nach wissenschaftlicher Literatur. Zeit- und ortsunabhängig kann man sich zu den folgenden Themen informieren:

  • Informationskompetenz
  • Literaturrecherche
  • Dissertationen
  • Forschungsdaten
  • KIT-Katalog
  • KITopen/Open Access
  • Bibliometrie

RSS bedeutet Really Simple Syndication (wirklich einfache Verteilung) und ist ein wichtiges Instrument zum Wissensmanagement. Die Grundidee besteht darin, dass man bevorzugte Websites (Nachrichten, Blogs, Wikis etc.) nicht mehr aufsuchen muss, um zu sehen, ob es etwas Neues gibt. Stattdessen abonniert man diese Websites per RSS-Feed, um über den Aktualitätsstatus der jeweiligen Seite informiert zu sein. RSS-Feeds zu abonnieren hat zwei große Vorteile: Erstens ist man das Fach bzw. die Thematik betreffend stets up to date. Und zweitens spart man eine Menge an Zeit, da man nicht mehr die einzelnen Websites aufsuchen muss, um die neuesten Informationen zu erhalten.

Denken Sie nur an die vielen wissenschaftlichen Fachzeitschriften, die in regelmäßigen Abständen erscheinen. Um sich hier auf dem Laufenden zu halten, mussten Sie bislang immer wieder und wieder alle Websites dieser Fachzeitschriften mühsam und zeitaufwändig besuchen, um herauszufinden, ob neue Inhalte vorhanden und ob diese auch für Sie relevant sind. Diese Vorgehensweise ist nicht nur ineffizient, sondern ab einer gewissen Anzahl von Zeitschriften überhaupt nicht mehr machbar. Übrigens – der Service der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek stellt Ihnen für die jeweilige Fachzeitschrift den entsprechenden Newsfeed gleich zur Verfügung.

Zum Lesen der Web-Feeds wird ein Feedreader benötigt. Viele kostenlose Feedreader werden angeboten. Auf der folgenden Seite finden Sie eine Übersicht.

SlideShare begann mit einem einfachen Ziel: Das Teilen von Wissen im Internet. Seitdem hat sich SlideShare zu einer der größten Community für das Teilen von Präsentationen und anderen spezialisierten Inhalten entwickelt. SlideShare wurde im Oktober 2006 gegründet und im Mai 2012 von LinkedIn für 119 Millionen Dollar gekauft. Nutzer können mit dem Dienst Präsentationen, Infografiken, Dokumente, Videos, PDFs und Webinare hochladen und teilen. Hier können Sie fertig ausgearbeitete, häufig mehrfach gehaltene und verfeinerte Präsentationen zu Ihrem Thema abrufen. Das kann für die Einarbeitung in ein Thema sehr hilfreich sein.

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