Geschichte der Pflegeausbildung

Krankenpflegegesetz von 1985 in der BRD

20 Jahre später wurde in der BRD das Krankenpflegegesetz von 1965 mit dem „Gesetz über die Berufe der Krankenpflege (KrPflG)“ novelliert. Das Gesetz regelt, wie schon zuvor, die Ausbildungen der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Krankenpflegehilfe. Als Ausbildungsziel der Kranken- und Kinderkrankenpflege wurde der Erwerb der „Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zur verantwortlichen Mitwirkung bei der Verhütung, Erkennung und Heilung von Krankheiten“ (§ 4) formuliert. Die Berufsbezeichnung für die weiblichen Pflegekräfte war weiterhin „Kranken- bzw. Kinderkrankenschwester“.

Gemäß der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung waren die dreijährigen Ausbildungen der Kranken- und Kinderkrankenpflege mit 3000 Praxisstunden weiterhin überwiegend praktisch orientiert. Die Theoriestunden wurden um 400 Stunden von 1200 auf 1600 angehoben. Die Ausbildung zur Krankenpflegehilfe umfasste künftig 500 Theoriestunden und 1100 Praxisstunden. Die Struktur der staatlichen Prüfungen in einen schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil für die Kranken- und Kinderkrankenpflege bzw. einen mündlichen und praktischen Teil für die Krankenpflegehilfe wurde festgelegt. Ebenso wurden die Ausbildungsinhalte in der Theorie und Praxis thematisch mit einem entsprechenden Stundenumfang aufgelistet. Für die zu „vermittelnden“ Inhalte der Krankenpflege waren im Rahmen der Kranken- und Kinderkrankenpflegeausbildung lediglich 480 von den insgesamt 1600 Theoriestunden vorgesehen (das ist ein Anteil von 30 % der Gesamttheoriestunden), was nicht zuletzt die großen inhaltlichen wie strukturellen Schwächen der Krankenpflegeausbildung von 1985 markiert.

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