Philosophy
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Philosophie – für die einen ist sie die „Königin der Wissenschaften“, für die anderen ist sie überhaupt keine Wissenschaft und für wiederum andere ist sie eine „brotlose“ Wissenschaft oder Kunst. Übrigens – die Mathematik ist ähnlichen kühnen Behauptungen ausgeliefert. Und so finden sich auch noch heute unter den Wissenschaftlern ewig gestrige Zeitgenossen, die mit allem wissenschaftlichen Ernst und natürlich mit nicht-empirischen Argumenten und „Beweisen“, gleich den scholastischen Gottesbeweisen, insbesondere den nicht-empirischen Wissenschaften die Wissenschaftlichkeit absprechen wollen.

Folgt man dem griechischen Philosophen Aristoteles (384 – 322 v.u.Z.) und seiner Pyramide der kognitiven Erkenntnisfähigkeit des Menschen, dann lässt sich Philosophie durchaus deuten als die „Mutter aller Wissenschaften“: Während Weisheit (sophia) als die höchste zu erlangende Wissensform gesetzt wird, stellen Erinnerung (mneme), Erfahrung (emperia) als auch Wissenschaft und Kunst (episteme kai techne) darunterliegende Erkenntnisstufen dar. Schließlich wird die Weisheit als eine vom Nutzen unabhängige theoretische Wissenschaft verstanden, die die ersten Ursachen, Gründe und Prinzipien des Seienden und des Seins erforscht. Aristoteles unterscheidet somit eine praktische, Nutzen abhängige Wissenschaft von einer theoretischen, Nutzen unabhängigen Wissenschaft, die er als Erste Philosophie (prote philosophia oder auch Metaphysik) bezeichnet.

Heute würde man Philosophie verstehen können als eine kritische Reflexionswissenschaft, die – diesseits und jenseits der empirischen Wissenschaften – die menschlichen Dinge immer wieder aufs Neue zu ergründen, zu deuten, zu hinterfragen und zu verstehen versucht. Dabei umfassen die menschlichen Dinge, wie das schon Immanuel Kant formuliert hatte, das Wissen bzw. die Erkenntnisfähigkeit des Menschen, das Tun und Lassen des Menschen, den Glauben und die Hoffnung des Menschen und letzthin den Menschen selbst. Philosophie generiert und überprüft somit Wissen zu fundamentalen Dingen des menschlichen Seins, Daseins und Soseins.

Disziplinen der Philosophie

Immanuel Kants Grundfragen der Philosophie

Immanuel Kant formulierte vier Grundfragen der Philosophie, die die Disziplinen der Philosophie – nicht erst seit Kant – bis heute umreißen:

  • Was kann ich wissen? – Die erste Frage weist auf die Disziplin der Erkenntnisphilosophie hin.
  • Was soll ich tun? – Mit der zweiten Frage beschäftigt sich die Ethik oder Praktische Philosophie.

Erkenntnisphilosophie

Mit der Frage nach dem, was ich wissen kann, fragen wir nach den Möglichkeiten und Grenzen unserer Erkenntnis. Hier geht es um erkenntnistheoretische und metaphysische Erwägungen (Grenze zwischen Wissen und Glauben), um Logik, Sprachphilosophie und Wissenschaftstheorie. Kant hatte diese Frage in seinem bedeutenden Werk „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) mit den Mitteln der „reinen Vernunft“ untersucht, die ihre Erkenntnisse nicht aus der Erfahrung gewinnt.

Das Ergebnis seiner Untersuchung war die zukunftsweisende „Kopernikanische Wende“ im Denken. Radikal formuliert: Die Wirklichkeit, wie sie ist, können wir nie erkennen, sondern nur die Wirklichkeit, wie wir sie konstruieren. Wir können die Welt nur subjektgebunden erkennen, aber niemals objektiv. Wir erfassen also nur die Dinge, wie sie uns durch uns erscheinen. Dinge an sich bleiben zwar, sind aber für uns nicht erkennbar. Unsere Erkenntnis ist von unseren angeborenen Möglichkeiten abhängig.

Kants Ergebnisse sind somit der Vor- und Wegbereiter des Kritischen Rationalismus und des Konstruktivismus, zwei der einflussreichsten Erkenntnis- und Wissenschaftstheorien unserer Zeit.

Ethik / Praktische Philosophie
Immanuel Kants Grundfragen der Philosophie

Immanuel Kant formulierte vier Grundfragen der Philosophie, die die Disziplinen der Philosophie – nicht erst seit Kant – bis heute umreißen:

  • Was darf ich hoffen? – Die dritte Frage ist Gegenstand der Religions- und Geschichtsphilosophie.
  • Was ist der Mensch? Die ersten drei Fragen münden in die vierte Frage, die Grundfrage der Anthropologie.

Religions- und Geschichtsphilosophie
Anthropologie

Philosophen, die die Welt veränderten

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