Pflegewissenschaft

Bibliothekskataloge

Publiziert von Dr. Jürgen Knoppik

Bibliothekskataloge erschließen den Bestand einzelner Bibliotheken. Hat man eine Literaturangabe, so kann man anhand des Katalogs der lokalen Bibliothek prüfen, ob das Buch oder der Zeitschriftenartikel vorhanden ist. Bibliothekskataloge sind Verzeichnisse der in einer Bibliothek vorhandenen Publikationen, egal ob diese als Printversion oder als digitale Ausgabe vorliegen. Wenn man bei der Suche im Katalog fündig wird, erhält man eine Signatur, die den Standort angibt. Außerdem erfährt man, ob das Buch gerade ausgeliehen ist oder ob es gegenwärtig ausleihbar ist. (Quelle: Ragnar Müller, et al. 2013, S. 54 – 56)

Bibliothekskataloge haben sich mit der zur Verfügung stehenden Technik verändert. Entsprechend gab es verschiedene Katalogarten: Eine bereits im Mittelalter verwendete Katalogform war der Bandkatalog, später der Blattkatalog, der erst zum Ende des 19. Jahrhunderts durch den Zettelkatalog abgelöst wurde. Der Zettelkatalog wurde inzwischen vom heute gebräuchlichen elektronischen Bibliothekskatalog verdrängt; er ist aber in vielen Bibliotheken immer noch in Gebrauch. Weiterhin gab es den Mikrofichekatalog, bestehend aus postkartengroßen Mikrofiches, auf denen die Titelaufnahmen abgebildet sind. Danach kam der CD-Rom-Katalog, der heute kaum noch existiert. Die heute am weitesten verbreitete Katalogart ist der OPAC (Online Public Access Cataloque). Ein OPAC ist ein elektronischer Bibliothekskatalog, der über Computer erstellt und abgerufen wird. Die OPACs ermöglichen es, dem Benutzer über das Internet jederzeit auf die Katalogdatenbank der jeweiligen Bibliothek zuzugreifen. Dazu muss nur die entsprechende Webseite aufgerufen werden, auf der eine Eingabemaske erscheint, mit der man standardmäßig mindestens nach Personen, Buchtiteln, Schlagwörtern, ISBNs, Verlagen und Erscheinungsjahren suchen kann. (Quelle: Wikipedia)

Wenn die lokalen OPAC-Kataloge unbefriedigende Ergebnisse liefern, gibt es die Möglichkeit, überregionale Kataloge in Anspruch zu nehmen. Es gibt

  • Kataloge von Spezial- oder Sondersammelgebietsbibliotheken, die mehr Literatur zu einem bestimmten Wissenschaftsgebiet oder Spezialthema vorrätig haben,
  • Kataloge von Nationalbibliotheken,
  • Verbundkataloge, die den Bestand von Bibliotheken einer Region zusammenfassen,
  • Metakataloge, die eine Suche über verschiedene (Verbund-)Kataloge hinweg ermöglichen, und
  • Zeitschriftenkataloge. (Quelle: Ragnar Müller, et al. 2013, S. 54 – 55)

Als Beispiel für einen lokalen OPAC-Katalog finden Sie hier den Katalog plus der Universitätsbibliothek Freiburg. Der Katalog besteht aus zwei getrennten Bereichen:

Bücher & mehr ist der lokale Index für Nachweise der katalogisierten Titel- und Bestandsdaten der UB Freiburg, der angeschlossenen Institutsbibliotheken sowie zahlreicher anderer Bibliotheken (z.B. die Bibliotheken der Pädagogischen Hochschule, der Caritas sowie der Evangelischen Hochschule in Freiburg). Zusätzlich werden die Daten der E-Books aus den Nationallizenzen sowie lizenzfreier elektronischer Ressourcen eingespielt. In diesem Bereich finden Sie kaum Artikeldaten, jedoch vollständige Zeitschriften-Titeldaten. Der Bereich ist mit dem Ausleihsystem gekoppelt, so dass die Verfügbarkeit abgefragt und der Ausleihstatus direkt im Katalog angezeigt werden kann.

Artikel & mehr steht für einen “globalen Index”. Die Suche erfolgt im EDS-Index der Firma EBSCO. der Nachweise von einigen hundert Millionen (!) Artikeln aus Zeitschriften, Zeitungen. Büchern u.ä. enthält (inklusive Nachweise aus den meisten Nationallizenzen), sowie in allen Datenbanken. die unter EBSCOhost lizenziert sind. Bei der einfachen Suche/Freitextsuche werden dabei viele Quellen bis auf die Volltextebene durchsucht. Die Treffer werden nach Relevanz sortiert, sie können aber auch nach Datum umsortiert werden. Die Verfügbarkeitsanzeige erfolgt über den Linkresolver ‘UB Freiburg”-Links (Text übernommen aus: Hilfe zum Katalog plus).

webis – Sammelschwerpunkte an deutschen Bibliotheken bietet eine Übersicht über alle am System der überregionalen Literaturversorgung beteiligten Bibliotheken. Das Informationssystem erschließt sich nach fachlichen und regionalen Gesichtspunkten sowie über eine Liste der beteiligten Bibliotheken. Hier findet man Kataloge zu bestimmten Wissenschaftsgebieten und Spezialthemen.

Der SWB Online-Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) weist die Medienbestände (Bücher, Zeitschriftentitel und -aufsätze, elektronischen Medien etc.) von mehr als 800 Bibliotheken aus den Regionen Baden-Württemberg, Saarland und Sachsen sowie aus weiteren Spezialbibliotheken aus anderen Bundesländern nach. Er enthält ca. 71,6 Mio. Bestandsnachweise zu ca. 23,4 Mio. Titeln überwiegend wissenschaftlicher Literatur, davon ca. 2,4 Mio. Besitznachweise zu ca. 514.000 Zeitschriftentiteln (Stand Juli 2016).

Der Katalog wird online aus der gemeinsamen Katalogisierungsdatenbank von BSZ und GBV (K10plus) aktualisiert und dient insbesondere als Grundlage für Fernleihrecherchen in den Leihverkehrsregionen Südwest und Sachsen sowie für verschiedene Digitale Bibliotheken, insbesondere Portale. (Text übernommen aus: Willkommen im SWB Online-Katalog).

Im Katalog der deutschen Nationalbibliothek erwarten Sie über 36 Millionen Medienwerke. Dort finden Sie Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Musik, digitale Sammlungen, Karten und spezielle Bestände, wie zum Beispiel die Sammlungen des Deutschen Buch- und Schriftmuseums, des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 und des Deutschen Musikarchivs.

KonSearch ist die Literatursuchmaschine der Universität Konstanz. Mit KonSearch lässt sich gleichzeitig nach Artikeln, Büchern und anderen Medien in elektronischer und in gedruckter Form suchen. Wenn möglich wird direkt der Link zum Volltext angezeigt. Der Index der Suchmaschine enthält derzeit fast 300 Millionen Aufsätze, Bücher, Papers und andere Medien, die die Bibliothek der Universität Konstanz gekauft oder lizenziert hat oder die im Internet frei verfügbar sind. Darin sind zahlreiche elektronische Zeitschriften und Volltextdatenbanken großer Anbieter und
Verlage enthalten.

KonSearch verfügt über den sogenannten Discovery Service: Die Idee ist, möglichst alle Medien – Bücher, Aufsätze, elektronische Medien, auch über den lokalen Bestand hinaus – in einer integrierten Suche anzubieten. Discovery Service eignet sich sehr gut als erster Einstieg in die Recherche, da man in einem sehr großen Datenbestand sucht.

Der KVK ist eine Meta-Suchmaschine zum Nachweis von mehr als 500 Millionen Büchern. Zeitschriften und anderen Medien in Bibliotheks- und Buchhandelskatalogen weltweit. Die eingegebenen Suchanfragen werden an mehrere Bibliothekskataloge gleichzeitig weitergereicht und die jeweiligen Trefferlisten angezeigt. Der KVK verfügt selbst über keine eigene Datenbank. Er ist von der Verfügbarkeit der Zielsysteme im Internet abhängig. Er kann auch nicht mehr Funktionalität bei der Recherche bieten als die einzelnen Zielsysteme selbst. Standardmäßig sucht das System in allen Katalogen. die angehakt sind. Von den Kurztitellisten führen die Links zu den Original-Volltitelanzeigen der einzelnen Systeme. Diese werden vom KVK nicht weiter aufbereitet.

Die Elektronische Zeitschriftenbibliothek ist ein Service zur effektiven Nutzung wissenschaftlicher Volltextzeitschriften im Internet. Sie bietet einen schnellen, strukturierten und einheitlichen Zugang zu wissenschaftlichen Volltextzeitschriften. Sie umfasst 101789 Titel, davon 22879 reine Online-Zeitschriften, zu allen Fachgebieten. Zudem werden 132159 Zeitschriften von Aggregatoren verzeichnet. 66339 Fachzeitschriften sind im Volltext frei zugänglich. Die Anwenderbibliotheken bieten ihren Benutzern zusätzlich den Zugriff auf die Volltexte der von ihnen abonnierten E-Journals. Die Zeitschriften werden nach Fächern geordnet angeboten. Die Fachlisten für die Teilnehmerbibliotheken werden jeweils aktuell aus einer Datenbank erzeugt. Die Zugriffsmöglichkeiten auf Volltextartikel werden institutionsabhängig durch verschiedenfarbige Ampelsymbole angezeigt:

  • grün – Der Volltext der Zeitschrift ist frei zugänglich.
  • gelb – Die Zeitschrift ist an der Teilnehmerbibliothek lizenziert und für die Benutzer dieser Bibliothek im Volltext zugänglich.
  • gelb und rot – Für die Zeitschrift ist an der Teilnehmerbibliothek keine fortlaufende Lizenz vorhanden. Daher ist nur ein Teil der erschienenen Jahrgänge im Volltext zugänglich.
  • rot – Die Zeitschrift ist nicht abonniert und daher nicht im Volltext nutzbar.

Die Elektronische Zeitschriftenbibliothek wurde 1997 im Rahmen eines Projekts von der Universitätsbibliothek Regensburg, in Kooperation mit der Bibliothek der Technischen Universität München, gegründet. Das Ziel war es, allen Bibliotheksnutzern elektronische Zeitschriften übersichtlich zu präsentieren und den teilnehmenden Bibliotheken ein schnelles und effektives Verwalten ihrer wissenschaftlichen E-Journale zu ermöglichen. Derzeit nutzen 647 Teilnehmereinrichtungen die Elektronische Zeitschriftenbibliothek. Sie wird auch in virtuellen Fachbibliotheken und anderen Fachinformationsdiensten eingesetzt (Text übernommen aus: Über die EZB).

In der ZDB (Zeitschriften Datenbank) finden Sie die Titel von Zeitschriften, Zeitungen, Datenbanken, Jahrbüchern und so weiter, kurzum alles, was periodisch in gedruckter beziehungsweise in elektronischer Form erscheint und in Bibliotheken in Deutschland und Österreich vorhanden ist. Auf europäischer Ebene wird der Zugang zu digitalisierten Zeitungen konstant weiter ausgebaut.

Um die Versorgung mit elektronischer Fachinformation an deutschen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Bibliotheken nachhaltig zu verbessern, finanziert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seit 2004 den Erwerb von Nationallizenzen. Ziel ist es. Wissenschaftlern, Studierenden und wissenschaftlich interessierten Privatpersonen den kostenlosen Zugang zu Datenbanken, digitalen Textsammlungen und elektronischen Zeitschriften zu ermöglichen. Der Zugriff auf die Datenbanken erfolgt entweder jeweils vor Ort über eine Hochschul- bzw. Forschungsbibliothek oder wird durch Einzelregistrierung ermöglicht. Viele der im Rahmen einer Nationallizenz erworbenen Produkte können, wie gesagt, auch durch wissenschaftlich interessierte Privatpersonen genutzt werden. Einzelpersonen mit ständigem Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland können sich zu diesem Zweck persönlich für den kostenlosen Zugriff registrieren lassen, falls ihnen der Zugang über ein Universitätsnetz bzw. über ihre wissenschaftliche Bibliothek nicht zur Verfügung steht. Viele Universitäts- und Landesbibliotheken bieten ihren Nutzern den externen Zugriff auf Nationallizenzprodukte an, so dass für eingeschriebene Nutzer solcher Bibliotheken eine separate Registrierung als Nationallizenz- Einzelnutzer nicht notwendig ist. Eine Übersicht zu allen Nationallizenzen finden Sie hier.

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